Anbieter: Proton AG, Genf (Schweiz)
Im Browser: mail.proton.me
Kostenlos: 1 GB Speicher, 1 Adresse, 150 Nachrichten am Tag
Outlook und Thunderbird: nur mit Proton Mail Bridge, nur in den Bezahltarifen
Proton Mail ist ein E-Mail-Dienst aus der Schweiz, der Ihre Nachrichten so verschlüsselt, dass selbst der Anbieter sie nicht lesen kann. Früher hieß der Dienst ProtonMail, in einem Wort, und lief unter protonmail.com. Diese Adresse leitet heute auf proton.me weiter. Hier lesen Sie, wie die Anmeldung funktioniert, was die Tarife kosten, wo die Grenzen der Verschlüsselung liegen und warum Outlook ohne ein Zusatzprogramm nicht mit Proton zusammenarbeitet.
Was ist Proton Mail?
Hinter Proton Mail steht die Proton AG mit Sitz in Genf. Der Dienst startete 2014, gegründet von Wissenschaftlern, die sich am Forschungszentrum CERN kennengelernt hatten. Proton nennt heute mehr als 100 Millionen Konten.
Das Geschäftsmodell unterscheidet sich von GMX oder Web.de: Proton zeigt keine Werbung und finanziert sich nach eigener Aussage ausschließlich über zahlende Kunden. Den kostenlosen Tarif gibt es trotzdem, er ist aber deutlich knapper bemessen.
Zum Konto gehören inzwischen weitere Dienste unter derselben Anmeldung: Proton Calendar, der Cloud-Speicher Proton Drive, der Passwort-Manager Proton Pass und Proton VPN. Für E-Mail brauchen Sie davon nichts.
Ihre Adresse endet auf @proton.me oder, bei älteren Konten, auf @protonmail.com. Beide funktionieren gleich. In den Bezahltarifen kommt eine kurze Variante mit @pm.me hinzu.
Anmeldung im Browser und in der App
Im Browser erreichen Sie Ihr Postfach unter mail.proton.me. Wer dort nicht angemeldet ist, landet auf der zentralen Anmeldung unter account.proton.me.
- Tippen Sie mail.proton.me selbst in die Adresszeile Ihres Browsers oder nutzen Sie ein Lesezeichen.
- Geben Sie Ihre Proton-Adresse oder Ihren Benutzernamen ein.
- Geben Sie Ihr Passwort ein.
- Haben Sie die Zwei-Faktor-Anmeldung eingeschaltet, fragt Proton danach einen Code aus Ihrer Authentifizierungs-App ab.
Auf dem Smartphone nutzen Sie die App Proton Mail aus dem App Store oder von Google Play. Die normale Mail-App von iPhone oder Android können Sie nicht verwenden, mehr dazu weiter unten.
Echte Proton-Seiten erkennen
Weil Proton-Konten als besonders sicher gelten, sind sie ein beliebtes Ziel für gefälschte Anmeldeseiten. Ein paar Regeln schützen zuverlässig:
- Auf die Adresszeile achten. Die Anmeldung liegt immer auf einer Adresse, die auf proton.me endet, also mail.proton.me oder account.proton.me. Adressen wie proton-mail-login.com oder proton.me.irgendwas.de gehören nicht zu Proton.
- Nicht über Links in E-Mails anmelden. Proton fordert Sie nicht per E-Mail auf, Ihr Passwort einzugeben, um ein Konto zu "bestätigen" oder eine Sperre aufzuheben. Rufen Sie die Seite lieber selbst auf.
- Lesezeichen statt Suchmaschine. Über Suchanzeigen tauchen gelegentlich Fälschungen ganz oben auf. Ein eigenes Lesezeichen umgeht das.
- Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten. Selbst wenn jemand Ihr Passwort erbeutet, fehlt ihm dann der zweite Code. Sie finden die Einstellung in den Kontoeinstellungen.
Proton Mail Tarife: kostenlos oder Mail Plus?
Proton bietet für Privatleute drei Stufen an. Die Preise gelten bei monatlicher Zahlung, in Klammern steht der Monatspreis bei Zahlung für zwölf Monate im Voraus (Stand September 2026).
| Tarif | Preis pro Monat | Speicher | Adressen | Eigene Domain |
|---|---|---|---|---|
| Proton Free | 0 Euro | 1 GB | 1 | nein |
| Mail Plus | 4,99 Euro (3,99 Euro) | 15 GB | 10 | 1 |
| Proton Unlimited | 12,99 Euro (9,99 Euro) | 500 GB | 15 | 3 |
Der kostenlose Tarif hat Grenzen, die im Alltag auffallen können: Sie dürfen höchstens 150 Nachrichten am Tag verschicken, es gibt nur drei eigene Ordner und einen einzigen Filter. Anhänge dürfen in allen Tarifen bis zu 25 MB groß sein.
Mail Plus hebt diese Grenzen auf und schaltet die Nutzung mit Outlook, Thunderbird oder Apple Mail frei. Proton Unlimited lohnt sich, wenn Sie VPN, Passwort-Manager und viel Cloud-Speicher ohnehin nutzen wollen. Für neue Bezahltarife gilt eine Geld-zurück-Garantie von 30 Tagen. Proton wirbt außerdem regelmäßig mit Einstiegsangeboten für den ersten Monat, danach gilt der normale Preis.
Was die Verschlüsselung kann und was nicht
Proton spricht von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und von Zero-Access-Verschlüsselung. Das sind zwei verschiedene Dinge, und der Unterschied ist wichtig.
Zwischen zwei Proton-Konten
Schreiben Sie an eine andere Proton-Adresse, wird die Nachricht auf Ihrem Gerät verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Das passiert automatisch, Sie müssen nichts einstellen. Auf dem Weg dazwischen kann niemand mitlesen, auch Proton nicht.
An GMX, Gmail und andere
Geht eine Mail an eine Adresse außerhalb von Proton, kommt sie beim Empfänger ganz normal an, geschützt nur durch die übliche Transportverschlüsselung. Proton selbst speichert Ihre Kopie aber verschlüsselt, das ist mit Zero-Access gemeint: Auf dem Server liegen Ihre Mails so, dass Proton sie nicht lesen kann.
Für vertrauliche Nachrichten an Außenstehende gibt es passwortgeschützte E-Mails. Der Empfänger bekommt einen Link und öffnet die Nachricht mit einem Passwort, das Sie ihm auf anderem Weg mitteilen, zum Beispiel am Telefon.
Eine Einschränkung sollten Sie kennen: Die Betreffzeile ist nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Schreiben Sie Vertrauliches deshalb nie in den Betreff.
Proton Mail in Outlook und Thunderbird
Hier unterscheidet sich Proton am stärksten von anderen Anbietern. Die üblichen Serveradressen wie imap.proton.me gibt es nicht. Ein Mailprogramm kann die verschlüsselten Mails nicht selbst lesen, dafür braucht es ein Zwischenstück: Proton Mail Bridge. Wie IMAP grundsätzlich funktioniert, erklärt unsere Seite IMAP einfach erklärt.
Bridge ist ein kostenloses Programm für Windows, macOS und Linux, läuft aber nur mit einem Bezahltarif. Es arbeitet im Hintergrund auf Ihrem Computer, entschlüsselt ankommende Mails und reicht sie an Outlook, Thunderbird oder Apple Mail weiter. POP3 unterstützt Proton nicht.
So richten Sie es ein:
- Laden Sie Proton Mail Bridge von der Proton-Webseite herunter und installieren Sie es.
- Melden Sie sich in Bridge mit Ihrem Proton-Konto an.
- Bridge zeigt Ihnen danach die Zugangsdaten für Ihr Mailprogramm an, darunter ein eigenes Passwort.
- Tragen Sie diese Daten in Outlook oder Thunderbird ein.
| Einstellung | Server | Port | Verschlüsselung |
|---|---|---|---|
| Posteingang (IMAP) | 127.0.0.1 | 1143 | STARTTLS |
| Postausgang (SMTP) | 127.0.0.1 | 1025 | STARTTLS |
Die Adresse 127.0.0.1 steht für Ihren eigenen Computer, dort läuft Bridge. Das sind die Standardwerte. Maßgeblich ist, was Bridge Ihnen anzeigt, denn Ports lassen sich in den Bridge-Einstellungen ändern.
Der häufigste Fehler: Als Passwort im Mailprogramm gehört das von Bridge erzeugte Passwort hinein, nicht Ihr Proton-Passwort. Mit dem Proton-Passwort scheitert die Anmeldung jedes Mal.
Bridge muss laufen, solange Outlook Mails abruft. Ist der Computer aus, sammelt Proton die Mails ganz normal, das Programm holt sie beim nächsten Start ab.
Auf dem Smartphone
Bridge gibt es nur für den Computer. Auf iPhone und Android nutzen Sie deshalb die Proton-Mail-App, die normale Mail-App des Handys lässt sich nicht mit Proton verbinden.
Passwort vergessen
Das Zurücksetzen hat bei Proton eine Besonderheit, die viele erst merken, wenn es zu spät ist. Proton bietet vier Wege an:
- Code an eine Wiederherstellungs-E-Mail-Adresse
- Code per SMS an Ihre Handynummer
- die Wiederherstellungsphrase aus zwölf Wörtern
- den Notfallzugriff durch eine Vertrauensperson, nach einer Wartezeit
Legen Sie deshalb gleich nach der Anmeldung eine Wiederherstellungsphrase an und bewahren Sie sie auf Papier an einem sicheren Ort auf. Sie finden sie in den Kontoeinstellungen im Bereich Wiederherstellung.
Von GMX, Web.de oder Gmail umziehen
Proton bringt einen Umzugshelfer mit, der Easy Switch heißt und in allen Tarifen enthalten ist. Er holt Mails, Kontakte und Kalender aus Ihrem alten Konto. Bei Gmail und Outlook.com melden Sie sich dafür beim alten Anbieter an und erlauben den Zugriff, bei anderen Anbietern wie GMX läuft die Übernahme über IMAP.
Denken Sie beim Umzug an zwei Dinge: Der kostenlose Tarif hat nur 1 GB Speicher, ein großes altes Postfach passt da oft nicht hinein. Und richten Sie im alten Konto eine Weiterleitung ein, damit Mails an die alte Adresse Sie in der Übergangszeit weiter erreichen.
Proton Mail oder mailbox.org?
Beide gelten als datenschutzfreundliche Alternative zu Gmail und Freemail. Sie setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
| Proton Mail | mailbox.org | |
|---|---|---|
| Sitz | Schweiz | Deutschland |
| Kostenloser Tarif | ja, 1 GB | nein, 30 Tage Test |
| Verschlüsselung | automatisch zwischen Proton-Konten | PGP, auf Wunsch |
| Outlook und Handy-Mail-App | nur mit Bridge, nur bezahlt | direkt per IMAP |
Proton ist die einfachere Wahl, wenn Sie Verschlüsselung wollen, ohne sich darum zu kümmern, und hauptsächlich im Browser oder in der App arbeiten. mailbox.org passt besser, wenn Sie Ihr Postfach in jedem beliebigen Mailprogramm nutzen möchten.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist ProtonMail dasselbe wie Proton Mail?
Ja. ProtonMail war der frühere Name. Mit dem Wechsel auf die Adresse proton.me hat Proton den Namen getrennt geschrieben. Alte Adressen mit @protonmail.com funktionieren unverändert weiter.
Ist Proton Mail kostenlos?
Es gibt einen kostenlosen Tarif mit 1 GB Speicher, einer Adresse und bis zu 150 versendeten Nachrichten am Tag. Mehr Speicher, weitere Adressen und die Nutzung mit Outlook gibt es ab Mail Plus für 4,99 Euro im Monat.
Kann Proton meine E-Mails lesen?
Nach Angaben von Proton nicht: Die Mails liegen verschlüsselt auf dem Server, der Schlüssel hängt an Ihrem Passwort. Ausgenommen sind die Betreffzeilen und die Absender- und Empfängeradressen, die Proton für die Zustellung braucht.
Warum klappt die Anmeldung in Outlook nicht?
Entweder läuft Proton Mail Bridge nicht, oder Sie haben Ihr Proton-Passwort eingetragen statt des Passworts, das Bridge Ihnen anzeigt. Im kostenlosen Tarif ist die Nutzung mit Outlook gar nicht möglich.
Kann ich eine eigene Domain nutzen?
Ja, ab Mail Plus. Dort können Sie eine eigene Domain einbinden, bei Proton Unlimited bis zu drei. Wie das allgemein funktioniert, steht in unserer Anleitung zur E-Mail-Adresse mit eigener Domain.
Welches Datenschutzrecht gilt für Proton?
Proton hat seinen Sitz in der Schweiz und unterliegt damit Schweizer Datenschutzrecht. Die Schweiz ist nicht Teil der EU, ihr Datenschutzniveau ist von der EU aber als gleichwertig anerkannt.
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