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Mail Delivery Subsystem: Fehlermail verstehen

Auf einen Blick

Was ist das? Eine automatische Antwort Ihres Mailservers, keine echte Person

Gefährlich? Nein. Die Nachricht selbst ist harmlos

Was bedeutet sie? Ihre E-Mail konnte nicht zugestellt werden

Wichtigste Stelle: die dreistellige Zahl, meist 550 oder 554

Sie haben eine E-Mail geschrieben, und kurz darauf liegt eine Antwort im Posteingang: Absender Mail Delivery Subsystem oder MAILER-DAEMON, Betreff oft "Undelivered Mail Returned to Sender" oder "Mail delivery failed". Der Text ist englisch und voller Zahlen und Fachbegriffe.

Keine Sorge: Das ist kein Virus und keine Betrugsmasche. Es ist die Rückmeldung Ihres eigenen Mailservers, dass Ihre Nachricht nicht ankam. Vergleichbar mit einem Brief, den die Post mit einem Aufkleber zurückbringt. Hier lesen Sie, wie Sie die entscheidende Stelle finden und was dahintersteckt.

Mail Delivery Subsystem: Fehlermeldung verstehen

Was bedeutet Mail Delivery Subsystem?

Der Name klingt technisch, beschreibt aber etwas Einfaches. Jeder Mailserver hat einen Teil, der für die Zustellung zuständig ist. Auf Englisch heißt er "Mail Delivery Subsystem", auf Deutsch etwa "Zustellsystem". Scheitert eine Zustellung, schickt dieses System Ihnen eine Nachricht.

Diese Rückmeldung nennt man Bounce oder auf Deutsch Unzustellbarkeitsnachricht. Als Absender steht je nach Anbieter:

  • Mail Delivery Subsystem
  • MAILER-DAEMON
  • postmaster@ihr-anbieter.de
  • Mail Delivery System
Alle vier meinen dasselbe. Es ist kein Mensch, der Ihnen schreibt, und Sie können darauf auch nicht antworten.

Ist diese Nachricht gefährlich?

Die echte Unzustellbarkeitsnachricht ist harmlos. Sie enthält nur Text und eine Kopie Ihrer ursprünglichen Mail.

Vorsicht ist trotzdem angebracht, denn Betrüger fälschen genau diese Nachrichten. Eine gefälschte Bounce-Mail erkennen Sie an drei Dingen:

  • Sie sollen zum erneuten Senden auf einen Link klicken. Echte Bounces fordern das nie. Sie dürfen durchaus einen Link enthalten, Google und Microsoft hängen regelmäßig einen Verweis auf ihre Hilfeseiten an. Entscheidend ist, wohin er führt: Eine Anmeldeseite oder ein Formular, das nach Ihrem Passwort fragt, gehört nie zu einer echten Bounce-Mail.
  • Es hängt eine Datei an, die Sie öffnen sollen, etwa eine ZIP- oder eine Word-Datei. Echte Bounces hängen höchstens Ihre eigene Mail an.
  • Sie haben an diesen Empfänger gar nichts geschrieben. Dazu unten mehr, das kommt häufiger vor, als man denkt.
Im Zweifel gilt: lesen, nicht klicken. Mehr zum Erkennen betrügerischer Nachrichten steht im Abschnitt über den Spam-Ordner.

Die wichtigste Stelle: die dreistellige Zahl

Im englischen Text steckt eine Zeile mit einer dreistelligen Zahl. Sie sagt, woran es lag. Suchen Sie nach einer Zeile, die so aussieht:

550 5.1.1 <max.muster@beispiel.de>: Recipient address rejected: User unknown in virtual alias table

Darin stecken zwei Angaben. Die dreistellige Zahl am Anfang sagt, wie endgültig die Ablehnung ist. Die zweite Zahlengruppe dahinter, hier 5.1.1, sagt, woran genau es lag.

Zuerst die dreistellige Zahl:

Beginnt mitBedeutungWas Sie tun können
4xxvorübergehendes Problemabwarten, der Server versucht es selbst erneut
5xxendgültige Ablehnungetwas ändern und neu senden

Eine 4 ist also halb so wild: Der Server probiert es über Stunden selbst weiter, oft kommt die Mail noch an. Eine 5 heißt, dass die Nachricht endgültig abgelehnt wurde.

Die mittlere Ziffer ist die eigentliche Auskunft

Hinter der dreistelligen Zahl steht oft eine zweite Angabe aus drei Teilen, etwa 5.1.1 oder 5.7.1. Die mittlere Ziffer verrät das Sachgebiet, und sie ist meist aufschlussreicher als der dreistellige Code davor:

Mittlere ZifferEs geht um
.1die Adresse von Empfänger oder Absender
.2das Postfach, etwa voll oder stillgelegt
.3das Mailsystem, etwa Nachricht zu groß
.4Netzwerk und Weiterleitung
.5einen Protokollfehler zwischen den Servern
.6den Inhalt oder das Format der Nachricht
.7Richtlinien und Sicherheit, also Spam, Relay, Anmeldung

Damit lässt sich der häufigste Irrtum vermeiden. 550 5.1.1 heißt: die Adresse gibt es nicht. 550 5.7.1 sieht fast gleich aus, heißt aber etwas völlig anderes, nämlich dass ein Filter die Nachricht abgelehnt hat. Im ersten Fall korrigieren Sie die Adresse, im zweiten bringt genau das gar nichts.

Die häufigsten Fehler im Klartext

550: Diese Adresse gibt es nicht

Der mit Abstand häufigste Fall. Der Zielserver kennt den Empfänger nicht. Im Originaltext steht dann so etwas:

550 5.1.1 Recipient address rejected: User unknown in virtual alias table

Oder kürzer: "No such user here", "Mailbox not found", "Address does not exist".

Was zu tun ist: Prüfen Sie die Adresse Zeichen für Zeichen. Die üblichen Stolperfallen sind ein Punkt zu viel oder zu wenig, eine vertauschte Endung (.de statt .com) und Buchstabendreher. Hat der Empfänger seine Adresse gewechselt oder sein Postfach aufgegeben, hilft nur Nachfragen auf einem anderen Weg.

554: zwei sehr verschiedene Fälle

Die 554 bedeutet wörtlich nur "Vorgang fehlgeschlagen" und steht für zwei Ursachen, die man nicht verwechseln sollte. Die zweite Zahlengruppe ist bei beiden 5.7.1, der Klartext dahinter entscheidet.

Fall eins: Relay access denied. Diese Meldung sieht im Original so aus:

554 5.7.1 <empfaenger@beispiel.de>: Relay access denied

Hier liegt es fast immer an Ihren eigenen Einstellungen, nicht am Empfänger. Ihr Mailprogramm hat versucht, die Nachricht über einen Server zu verschicken, bei dem Sie nicht angemeldet sind. Der Server weigert sich, fremde Post weiterzuleiten, und das zu Recht: Ohne diese Sperre könnten Spammer ihn benutzen.

Was zu tun ist: Kontrollieren Sie im Mailprogramm die Einstellungen für den Postausgang. Dort muss die Anmeldung aktiv sein, oft heißt die Option "Der Postausgangsserver erfordert Authentifizierung" oder "Gleiche Einstellungen wie für den Posteingang verwenden". Die passenden Werte für die gängigen Anbieter stehen unter E-Mail-Einstellungen.

Fall zwei: Die Nachricht wurde als unerwünscht abgelehnt. Dann steht im Text etwas von "message rejected", "due to content", "spam" oder "blocked". Hier sind Ihre Einstellungen in Ordnung, und Nachbessern am Postausgang bringt nichts. Was dann hilft, steht weiter unten unter "Als Spam abgelehnt".

553: Ihre eigene Absenderadresse wird nicht akzeptiert

Seltener, aber hartnäckig, wenn er auftritt: "Mailbox name not allowed" oder "Sender address rejected". Diesmal liegt es nicht am Empfänger, sondern an der Adresse, die Sie als Absender eingetragen haben.

Typisch ist das, wenn Sie im Mailprogramm eine Absenderadresse verwenden, die zu einem anderen Anbieter gehört als der Postausgangsserver, oder wenn eine Alias-Adresse beim Anbieter nicht freigeschaltet ist.

Was zu tun ist: Prüfen Sie im Konto, welche Adresse als Absender hinterlegt ist, und ob sie zu dem Postfach gehört, über das Sie versenden.

Das Postfach des Empfängers ist voll

Erkennbar an Formulierungen wie "Mailbox full", "Quota exceeded" oder "over quota", in der zweiten Zahlengruppe an einer .2 - also 4.2.2 oder 5.2.2.

Hier lohnt der Blick auf die erste Ziffer besonders. Kommt der Fehler als 452, ist er vorübergehend: Ihr Server versucht es weiter, und sobald der Empfänger aufräumt, kommt die Mail doch noch an. Kommt er als 552, ist der Versuch beendet.

Was zu tun ist: Reparieren können Sie nichts, der Platz fehlt auf der Gegenseite. Bei einem 4er-Code warten Sie einfach ab. Bei einem 5er-Code informieren Sie den Empfänger auf einem anderen Weg.

Die Nachricht ist zu groß

Ein eigener Fall, der oft mit dem vollen Postfach verwechselt wird, weil beide als 552 auftreten können. Hier lautet die zweite Zahlengruppe aber 5.3.4, und im Text steht etwas wie "Message size exceeds fixed limit" oder "message too big".

Nicht das Postfach ist voll, sondern Ihre Mail überschreitet die Obergrenze des Zielservers. Üblich sind 10 bis 50 Megabyte, inklusive Anhang.

Was zu tun ist: Senden Sie die Nachricht ohne den Anhang erneut und schicken Sie große Dateien über einen Speicherdienst oder einen Link. Fotos lassen sich vorher verkleinern.

421 und 450: Versuchen Sie es später

Beides sind 4er-Codes, also vorübergehend. Der Zielserver ist überlastet, in Wartung oder bremst absichtlich.

Letzteres heißt Greylisting und ist eine verbreitete Spamschutzmaßnahme: Der erste Zustellversuch wird grundsätzlich abgewiesen, weil viele Spamprogramme es kein zweites Mal versuchen. Ein ordentlicher Mailserver tut das sehr wohl, und dann kommt die Mail durch. Das kostet meist einige Minuten bis etwa eine Stunde.

Was zu tun ist: nichts. Ihr Mailserver wiederholt den Versuch automatisch, je nach Anbieter über zwei bis fünf Tage. Erst wenn danach eine endgültige Meldung mit einer 5 kommt, ist die Nachricht wirklich verloren. Senden Sie also nicht nach zwei Stunden entnervt noch einmal, sonst kommt sie am Ende doppelt an.

Als Spam abgelehnt

Steht in der Meldung etwas von "spam", "blocked", "blacklist" oder "policy", wurde Ihre Mail aussortiert. Der Code ist dann meist 550 oder 554, die zweite Zahlengruppe 5.7.1.

Die erste Frage ist, wen es betrifft. Davon hängt alles Weitere ab.

Nur ein einzelner Empfänger lehnt ab? Dann filtert dessen Server oder dessen Firma besonders streng. Verzichten Sie testweise auf Anhänge und Links und bitten Sie den Empfänger, Ihre Adresse in seine Positivliste aufzunehmen.

Alle Empfänger lehnen ab? Dann liegt es an der Absenderseite, und am Text zu feilen bringt nichts. Entschieden wird heute über den Ruf der versendenden Server und darüber, ob die Absenderdomain technisch sauber hinterlegt ist. Die Stichworte dafür heißen SPF, DKIM und DMARC. Bei einem Freemail-Konto erledigt das Ihr Anbieter, und Sie wenden sich an dessen Support. Versenden Sie über eine eigene Domain, gehören diese drei Einträge in deren Konfiguration, und genau dort liegt dann auch die Ursache.

Sie haben die Mail gar nicht geschrieben?

Das kommt häufiger vor, als viele denken, und ist der verwirrendste Fall. Sie bekommen Unzustellbarkeitsnachrichten für Mails, die Sie nie verschickt haben, teilweise dutzendweise.

Dahinter stecken zwei mögliche Ursachen:

Erstens, und meistens: Jemand hat Ihre Adresse als Absender gefälscht. Beim Versand lässt sich der Absendername frei eintragen, ähnlich wie beim Absender auf einem Briefumschlag. Spammer nutzen das und tragen fremde Adressen ein. Die Bounces der nicht zustellbaren Mails landen dann bei Ihnen. Das nennt sich Backscatter.

Ihr Postfach ist dabei nicht geknackt worden. Niemand hatte Zugriff, Ihr Passwort ist nicht betroffen. Die Welle hört nach einigen Tagen von selbst wieder auf, wenn die Spammer die nächste Adresse nehmen.

Gehört Ihre Adresse zu einer eigenen Domain, können Sie etwas tun. Mit einem korrekten SPF-Eintrag und einer DMARC-Regel hinterlegen Sie im Netz, welche Server für Ihre Domain versenden dürfen. Sauber eingestellte Zielserver weisen Fälschungen dann schon bei der Annahme ab, und es entsteht gar kein Rückläufer, der bei Ihnen landen könnte. Wo diese Einträge hingehören, steht unter eigene E-Mail-Domain. Bei einer Freemail-Adresse liegt das beim Anbieter, und Sie können es nicht beeinflussen.

Zweitens, seltener, aber ernst: Jemand hat Zugang zu Ihrem Konto. Dann werden die Mails tatsächlich über Ihr Postfach verschickt.

Verlassen Sie sich dabei nicht auf den Ordner "Gesendet". Tauchen die Nachrichten dort auf, ist die Sache klar. Ein leerer Ordner beweist aber nichts: Wer ein Konto missbraucht, versendet in aller Regel direkt über den Postausgangsserver, und dabei wird nichts im Postfach abgelegt. Angreifer löschen gesendete Nachrichten außerdem routinemäßig.

Verlässlicher sind diese drei Schritte:

  1. In die Anmeldeübersicht schauen. Fast alle Anbieter führen Protokoll über die letzten Zugriffe mit Zeitpunkt, Gerät und oft dem Land. Stehen dort Anmeldungen, die nicht von Ihnen stammen, ist die Frage beantwortet.
  2. Weiterleitungen und Filterregeln kontrollieren. Eine stille Weiterleitung auf eine fremde Adresse ist der häufigste Rückstand eines Einbruchs, und sie überlebt auch eine Passwortänderung.
  3. Im Zweifel handeln. Passwort ändern und Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten kostet fünf Minuten und schadet nie. Warten Sie nicht auf einen Beweis.
Bleibt es bei einzelnen Rückläufern, ohne auffällige Anmeldungen und ohne fremde Weiterleitungen, spricht alles für harmlosen Backscatter.

Häufige Fragen

Kann ich auf die Nachricht antworten?

Nein. Der Absender ist eine automatische Adresse, die keine Post entgegennimmt. Antworten verschwinden ohne Reaktion.

Ist meine E-Mail jetzt verloren?

Bei einem 5er-Code ja, Sie müssen sie neu senden. Bei einem 4er-Code wartet Ihr Server noch und versucht es selbst weiter.

Warum kommt die Meldung auf Englisch?

Weil die Fehlermeldungen direkt vom Zielserver stammen und nicht übersetzt werden. Das ist bei allen Anbietern so, auch bei deutschen.

Was heißt MAILER-DAEMON?

Daemon ist in der Computersprache ein Programm, das im Hintergrund läuft. Der MAILER-DAEMON ist also schlicht das Programm, das die Post verteilt.

Der Name geht tatsächlich auf den Dämon zurück, allerdings nicht auf den bösen Geist. Fernando Corbató wählte ihn 1963 am MIT in Anlehnung an Maxwells Dämon aus einem berühmten physikalischen Gedankenexperiment: ein unsichtbarer Helfer, der unermüdlich im Hintergrund sortiert. Genau das tut der MAILER-DAEMON.

Die Adresse stimmt, trotzdem kommt 550

Dann hat der Empfänger sein Postfach aufgegeben oder der Server blockiert Sie. Fragen Sie auf einem anderen Weg nach, ob die Adresse noch gilt.

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