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Arktur-Schulserver: was aus dem Projekt wurde

Auf einen Blick

Was war das? Ein kostenloser Schulserver auf Linux-Basis

Wann? Entwickelt ab 1996, verbreitet ab 1997

Verbreitung: 2005 über 2.000 Schulen im deutschsprachigen Raum

Heute: eingestellt, die Projektseite ist nur noch Archiv

Diese Seite ist ein Rückblick. Der Arktur-Schulserver wird nicht mehr weiterentwickelt, und wer heute einen Schulserver sucht, findet hier keine Kaufempfehlung, sondern die Geschichte eines Projekts, das in Deutschland eine ganze Schülergeneration mit dem Internet verbunden hat.

Arktur-Schulserver: Rückblick auf ein Schulprojekt

Was Arktur war

Arktur war ein vollständiger Server für Schulen, aufgebaut auf Linux und kostenlos zu haben. Entwickelt hat ihn ab 1996 Klaus Füller. Ab 1997 wurde er breiter verteilt, unterstützt vom Verein Schulen ans Netz, vom Offenen Deutschen Schulnetz und von der Computerzeitschrift c't, die mehrere Versionen auf ihren Heft-CDs auslieferte.

Die Idee dahinter war für die Zeit ungewöhnlich: ein Server, den eine Lehrkraft ohne Informatikstudium aufsetzen und betreiben kann. Installation von CD, ein paar Fragen beantworten, fertig. Das war Ende der Neunziger an einer Schule ohne eigene IT-Abteilung der entscheidende Punkt.

Nach einer Schätzung von 2005 lief Arktur an mehr als 2.000 Schulen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland.

Was der Server konnte

Für heutige Verhältnisse klingt die Liste selbstverständlich, damals war sie es nicht. Arktur brachte alles mit, was eine Schule im eigenen Netz brauchte:

  • E-Mail für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler, innerhalb der Schule und nach außen
  • Dateiablage mit getrennten Bereichen für Klassen, Kurse und einzelne Konten
  • Internetzugang für das ganze Schulnetz über einen gemeinsamen Anschluss
  • Jugendschutzfilter und Protokollierung, damals ein Dauerthema an Schulen
  • Intranet mit eigenen Seiten, Foren und Terminen
  • Benutzerverwaltung, mit der sich ganze Klassen auf einmal anlegen ließen
Damit war Arktur praktisch das, was man heute über mehrere Cloud-Dienste zusammenstöpselt, nur im Schulkeller und ohne laufende Kosten.

Warum es vorbei ist

Für das Ende gibt es nicht den einen Grund, sondern drei, die zusammenkamen.

Die Förderstruktur fiel weg. Der Verein Schulen ans Netz wurde zum 31. Dezember 2012 aufgelöst. Die Mitgliederversammlung hatte das im März 2012 beschlossen, mit der Begründung, das Gründungsziel sei erreicht: Schon 2001 waren praktisch alle Schulen online.

Die Entwicklung kam nicht nach. Die letzte öffentlich verfügbare Fassung war Version 4.0rc6 aus dem Jahr 2007. Eine Nachfolgelinie 5.x wurde ab 2008 begonnen, aber nie allgemein veröffentlicht. Wer heute auf Seiten stößt, die eine "stabile Version 5.5" zum Einsatz empfehlen, liest einen veralteten Stand.

Die Schulen zogen um. Ab etwa 2010 verlagerte sich alles ins Netz: Mailkonten bei den großen Anbietern, Dateien in der Cloud, Lernplattformen wie Moodle oder IServ als fertiger Dienst. Ein Server im Keller, den jemand pflegen muss, passte nicht mehr dazu.

Was heute davon übrig ist

Die Projektseite besteht noch, wird aber ausdrücklich nur als Archiv weitergeführt. Dort finden sich die alten Versionen und Dokumentationen für alle, die ein historisches Interesse haben oder ein altes System noch betreiben.

Als produktiver Schulserver ist Arktur nicht mehr zu empfehlen. Eine Software, deren letzte Fassung aus dem Jahr 2007 stammt, bekommt keine Sicherheitsupdates mehr. Wer eine ältere Installation findet, sollte sie nicht ans Internet lassen.

Was Schulen heute nutzen

Die Aufgaben, die Arktur übernahm, verteilen sich inzwischen auf andere Lösungen. Verbreitet sind IServ, Moodle und die Plattformen der einzelnen Bundesländer, dazu bei vielen Schulen Microsoft 365 oder Google Workspace for Education. Welche davon zum Einsatz kommt, entscheiden in der Regel Schulträger und Land, nicht die einzelne Schule.

Für den E-Mail-Teil, der Arktur damals ausmachte, gilt heute dasselbe wie überall sonst: Die Adressen laufen über einen Anbieter, und die Einrichtung im Mailprogramm folgt denselben Regeln wie privat. Die Grundlagen dazu stehen unter E-Mail-Einstellungen und Was ist IMAP?.

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